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Miviso goes KI: Künstliche Intelligenz in der digitalen Gebäudemodellierung

Das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz hat nun endlich die Bauindustrie erreicht: Nach einigen Startschwierigkeiten kommt die KI jetzt und in den nächsten Jahren mit voller Wucht auf uns zu.

Künstliche Intelligenz (KI) oder Artificial Intelligence (AI) gibt es schon seit den 1950er Jahren. Doch spätestens jetzt, dank Siri, Alexa, Tesla und schließlich ChatGPT – so munkelt man jedenfalls – ist die Künstliche Intelligenz endlich auch in der breiten Bevölkerung angekommen und findet dort durchaus Zustimmung.

Auch wir von Miviso sind immer auf der Suche nach Innovationen und neuen Tools, mit denen wir uns verbessern können und deshalb verkünden wir mit großer Freude: Miviso goes KI! Nach einer intensiven Testphase sind auch wir davon überzeugt, dass wir von Künstlicher Intelligenz profitieren können und sie unsere Arbeit sehr bereichern wird.

Doch was ist KI überhaupt? Wie kann sie uns im Building Information Modeling helfen? Wenn es KI schon so lange gibt, warum hat man sie bis dato noch nicht breiter eingesetzt? Ist KI gefährlich? Auf all diese Fragen, selbstverständlich auch auf alles rund um unseren eigenen Einsatz von KI, werden wir im folgenden Blog-Beitrag eingehen.

Was ist Künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz ist ein Teilbereich der Informatik, der sich mit der Entwicklung von Algorithmen und Techniken beschäftigt, die es Computern möglich macht, menschenähnliche Intelligenzleistungen zu erbringen und nachzuahmen und noch mehr zu leisten. Um diese Intelligenzleistungen für uns nutzbar zu machen braucht es folgende Dinge: Zum einen muss eine riesige Datenmenge vorhanden sein. Von dieser Datenmenge kann die KI lernen indem sie Muster identifiziert und Informationen extrahiert. Um dieses Wissen für uns Menschen nutzbar zu machen, benötigt es zusätzlich noch die Anfragebearbeitung. Das bedeutet, dass die KI auf Anfrage oder Eingabe (Bsp. Chatbot: Wir stellen eine Frage) reagieren und entsprechende Lösungen bzw. Antworten generieren kann.

Das Besondere an der KI ist, dass sie jedes Mal, wenn wir sie benutzen und mit neuen Daten versorgen, dazu lernt.

Mit diesem erlernten Wissen ist es der KI möglich, Vorhersagen oder Entscheidungen zu treffen, die aufgrund der Komplexität für das menschliche Gehirn nur schwer bis gar nicht erkennbar sein können. Ein weiterer reizvoller Aspekt der KI ist auch, dass sie uns bei monotonen Aufgaben, die an sich nicht besonders schwierig sind, jedoch viel Aufmerksamkeit fordern, unterstützen kann. Und das macht diese Technologie so attraktiv für uns.

Wie kann KI im Bauwesen und Building Information Modeling nützlich sein?

Im Bauwesen bzw. BIM kann Künstliche Intelligenz zur Effizienzsteigerung in der Planung und Bestandserfassung beitragen. Aber auch in Punkto Sicherheit kann KI eine enorme Bereicherung sein: In Form von Echtzeit-Überwachungen können Warnsignale ausgelöst werden, wenn sich eine gefährliche Situation anbahnt. Vielleicht kennen Sie das, wenn Sie schon einmal mit Autopilot Auto gefahren sind? Aber auch bei der Instandhaltung von Gebäuden und im Gebäudebetrieb selbst kann KI eine große Unterstützung sein.

Aber warum wurde KI im Bauwesen nicht schon früher eingesetzt?

Zum einen lag das daran, dass man Künstlicher Intelligenz nur wenig Vertrauen schenkte, weil man nicht wusste – ja eigentlich noch immer noch nicht genau weiß – wozu sie fähig ist. Zum anderen – und das ist der Hauptgrund – liegt es an der Komplexität des Bauwesens. Es ist ein hohes Maß an Wissen und Erfahrung gefragt, um diese auf Erfahrung basierenden Entscheidungen zu treffen. Die KI musste zunächst lernen, wie sie diese spezifischen Anforderungen bewältigen kann.

Beim Bauen im Bestand gibt es ebenso große Hürden zu bewältigen: Unvollständige oder fehlende Daten von Projekten, insbesondere wenn es sich um ältere, die vor Einführung digitaler Systeme fertiggestellt wurden, handelt. Diese stellen ganz klar eine besonders große Herausforderung für die KI dar.

Überdies wird die Datenerfassung und -analyse erheblich erschwert, weil es keine einheitlichen Standards gibt. Die KI muss sich an unterschiedliche Datenformate und -standards anpassen, um diese letztendlich korrekt und richtig zu interpretieren.

Trotz dieser Herausforderungen wird sich die Künstliche Intelligenz im Bauwesen aber weiter etablieren und an Bedeutung gewinnen. Wir dürfen KI-Systeme nicht als Konkurrenz menschlicher Kompetenz und Entscheidungen sehen, sondern als Werkzeug und Unterstützung für uns.

Kann KI gefährlich werden?

Wir wissen es nicht. Es ist, wie bei so vielem, eine Frage der Nutzung. In unserem Fall nutzen wir die KI als Unterstützung für Teile unseres Arbeitsprozesses. Die finale Qualitätskontrolle wird nach wie vor von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der jeweiligen Teams durchgeführt.


Miviso goes KI

Was hat Miviso dazu bewegt, auf KI zu setzen?

Wir verwenden Künstliche Intelligenz, um unsere 3D-Gebäudemodelle noch genauer und präziser zu modellieren. Gleichzeitig sind wir dank KI effizienter, was unsere Arbeitszeit und somit die Wartezeiten der Kunden minimieren kann. Als junges und ambitioniertes Unternehmen ist es unerlässlich, sich mit Neuheiten und Möglichkeiten der Effizienzsteigerung auseinanderzusetzen. Da uns das Arbeiten mit neuen Technologien Spaß macht und wir Freude daran haben, sämtliches Potential auszuschöpfen, war es unumgänglich, sich der Künstlichen Intelligenz zu widmen.

Wie verwendet Miviso Künstliche Intelligenz?

Um KI zu nutzen, verwenden wir Plugins. Je nach Anbieter sind die Plugins für unterschiedliche CAD-Softwaren konzipiert. In unserem Fall arbeiten wir mit Plugins für Revit, welche wir nach einer erfolgreichen ersten Testphase als große Bereicherung für unsere Arbeit sehen. Im ersten Schritt war es uns wichtig zu eruieren, ob KI-Tools für unsere Tätigkeiten überhaupt in Frage kommen würden. Das kann heute ganz klar mit Ja beantwortet werden. Im nächsten und derzeitigen Schritt wollen wir herausfinden, welches Plugin für uns am geeignetsten und sinnvollsten ist.


Was macht die Künstliche Intelligenz? Welche Vorteile bringt sie?

Das Grundprinzip von KI in der Gebäudemodellierung ist die Vorselektierung der Punktwolken, für die die Voraussetzung natürlich eine qualitativ hochwertige Punktwolke des Vermessers ist. Noch im Stadion der Punktwolke, also bevor man überhaupt mit der Modellierung der 3D-Gebäudemodelle beginnt, kann die KI erkennen, bei welchen Elementen es sich um Wände, Fenster, Türen, Treppen, Balken, Rohre etc. handelt.

Die selektierten Elemente werden dann nach Farben sortiert oder – je nach Plugin – in eine passende Layerstruktur gebracht, was uns natürlich enorm viel Zeit erspart und uns auch dabei hilft, noch sauberer und genauer zu arbeiten. Ein weiterer Vorteil der Layerstruktur ist jener, dass man Elemente, also Punktwolken, die man gerade nicht modelliert, einfach ausblenden kann. Das führt zu wesentlich mehr Übersicht und einer deutlichen Erleichterung bei der Modellierung der Gebäudemodelle.

Bei manchen Plugins ist es sogar möglich, Elemente direkt zu platzieren. Dabei klickt man auf die entsprechende Punktwolke, gibt die Parameter ein und das Element wird ohne großen Aufwand erstellt und richtig platziert.


Braucht man überhaupt noch qualifiziertes Personal?

Entscheidend für das Arbeiten mit KI ist aber dennoch, dass man sich gut in der CAD-Software zurechtfindet und mit den Bibliothekselementen umgehen kann. Das bedeutet, dass es trotz künstlicher Intelligenz die Erfahrung und Expertise unserer qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigt. Sie werden nicht von KI ersetzt, sondern im Gegenteil, die KI ergänzt ihre Arbeit.

Man muss natürlich abwägen, ob man solche Features überhaupt braucht und ob das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt. „Im einfachen Architekturbereich sind KI-Plugins zwar „nice to have“, ein geübter Gebäudemodellierer wird ohne KI aber nicht wesentlich langsamer sein.“, ist Philip, Co-Founder von Miviso, überzeugt. Wann machen KI-Tools dann also Sinn? „Für TGA-Projekte. Bei der technischen Gebäudeausstattung ist KI sehr hilfreich, da diese Elemente oft sehr komplex sind. Da sehe ich bereits jetzt schon ein enormes Potenzial.“


Erfahrungswerte

Wenn man sich solchen Neuerungen und Tools widmet und diese testet, ist es unumgänglich, sich mit dem gesamten Team abzusprechen, deren Meinung einzuholen und diese selbstverständlich auch zu berücksichtigen. Hierzu haben wir unseren BIM-Modellierern ein paar Fragen gestellt und das wesentlichste und interessanteste zusammengefasst:


Inwieweit siehst du KI als Bereicherung für deine Arbeit? Sandu: „Da sich die Technologie ständig weiterentwickelt, ist es ziemlich schwierig, auf dem neuesten Stand zu bleiben. Künstliche Intelligenz trägt zu vielen Aspekten unserer Arbeit bei, die es uns erleichtern, effizienter und genauer zu arbeiten, und unterstützt uns, indem sie Informationen, Automatisierungen, Analysen und Empfehlungen zur Verbesserung unserer Arbeitsabläufe bereitstellt. Das ist ziemlich cool!“


Wie präzise arbeitet Künstliche Intelligenz? Kann man ihr vertrauen? Philip: „Grundvoraussetzung, dass man KI in der Gebäudemodellierung effizient einsetzen kann, ist eine saubere und qualitativ hochwertige Punktwolke. Wenn das der Fall ist, kann man sich gut auf sie verlassen. Einen kompetenten Gebäudemodellierer kann sie jedoch nicht ersetzen, weil es letztlich immer einen Experten braucht, der die Ergebnisse der KI prüft, interpretiert und bei Bedarf Anpassungen vornimmt. Das Potenzial von KI ist beeindruckend, aber man sollte ihr nicht blind vertrauen.“


Was ist das Resümee der KI-Tests? Welches Plugin ist am besten geeignet? Philip: „Unsere Testphase ist noch nicht abgeschlossen. Es braucht viel Zeit und unterschiedliche Projekte, um entscheiden zu können, welches Plugin am besten für uns geeignet ist. Das beginnt mit der Bedienung, geht über die Funktionen bis hin zum Austausch und Produkt-Support. Zum Teil kooperieren wir auch schon mit den Entwicklern von KI-Plugins und geben ihnen Feedback, das ist eine Win-Win-Situation für beide und ein Beispiel dafür, dass Zusammenarbeit einen Mehrwert schaffen kann und funktioniert. Für welches Produkt wir uns aber letztendlich entscheiden werden, wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.“

KI vs BIM – Worin genau liegt da jetzt nochmal der Unterschied?

Sowohl Künstliche Intelligenz als auch Building Information Modeling unterstützen Menschen bei der Arbeit. KI arbeitet mithilfe von Daten und deren Mustern und kann in allen möglichen Bereichen, beispielsweise Medizin, Wissenschaft, Finanzen, Transport, Automatisierung, eingesetzt werden. BIM ist eine digitale Methode zur Erstellung, Verwaltung und Darstellung von Informationen über ein Bauwerk mittels 3D-Modell während seines gesamten Lebenszyklus. KI und BIM sind zwar unterschiedliche Technologien, können in Kombination eine sehr große Bereicherung für uns sein und genau da sehen wir als Unternehmen enormes Potenzial und eine große Chance für die Zukunft!




Sie interessiert das Thema 3D Modellierung (BIM) und möchten mehr darüber erfahren oder Sie haben konkrete Fragen? Über einen gemeinsamen Austausch freuen wir uns sehr!


Michael Danklmaier,

Miviso Co-Founder

Tel.: +43 664 4563309



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