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Eindrücke von der BAU 2023 – Weltleitmesse für Architektur, Materialien, Systeme

Nach mehr als vier Jahren fand die BAU 2023 in München nun endlich wieder statt. Ganz im Zeichen von Energieeffizienz und digitaler Transformation wurden Themen wie „Herausforderung Klimawandel“, „Ressourcen und Recycling“, „Modulares, serielles, vorgefertigtes Bauen“ sowie die „Zukunft des Wohnens“ in den Mittelpunkt gestellt. Auf etwa 200.000 m² Ausstellungsfläche repräsentierten rund 2.000 Aussteller sich und ihre neuesten Lösungen, um sich den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen zu stellen. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht herauszufinden, inwieweit Nachhaltigkeit tatsächlich schon ein Thema in der Branche ist und war positiv überrascht, mit welcher Zuversicht der Zukunft entgegengesehen wird.

Foto: Messe München
Foto: Messe München
Ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit

Man kann es schon fast nicht mehr hören, oder? Ständig taucht der Begriff der Nachhaltigkeit auf, egal, wohin man hört und sieht. Wie ein Schutzmantel wird Nachhaltigkeit über alles drüber gestülpt. Doch wird dann auch tatsächlich in die Tiefe gegangen? Begriffe wie Greenwashing schwirren einem da durch den Kopf. Aber was ist die Realität? Keine Sorge, die Zuversicht, nachhaltig bauen zu können, gibt es ganz zurecht. Aber es liegt trotzdem an uns allen, also nicht nur am Bauherren, sondern auch an der Gesellschaft und an den Experten (Stichwort Aufklärung), das auch umzusetzen. Ich habe mich auf die Suche begeben, wie man mithilfe von 3D-Gebäudemodellen nachhaltig und energieeffizient sanieren kann. Da mir mein strenger Zeitplan nur einen Tag auf der Messe erlaubt hat und, wie oben schon erwähnt, das Areal riesig war, war meine Ausbeute nicht ganz das, wonach ich zunächst gesucht habe. Aber dafür habe ich andere ganz interessante Dinge feststellen können.

Das Image des nachhaltigen Bauens

Nachhaltiges Bauen hat aus wirtschaftlicher Sicht kein besonders gutes Image. Sätze wie „Nachhaltiges Bauen ist einfach zu teuer.“ hört man da immer wieder. Stimmt das wirklich? Temporär mag das so sein, aber zukünftig betrachtet scheiden sich die Geister.

„Ich baue doch energieeffizient. Also baue ich auch nachhaltig“ – ja und nein. Energieeffizienz an sich ist zwar nachhaltig, man muss aber auch beachten, mit welchen Materialien ich zu dieser Energieeffizienz gelange: Das beginnt mit der Ressourcenbeschaffung und Herstellung, geht über die Lebensdauer und endet mit der Entsorgung. Die effektivste Dämmung ist nicht nachhaltig, wenn das Material aufwändig erzeugt oder bei der Nutzung oder Entsorgung Schadstoffe freigesetzt werden – kurz gesagt, wenn die verwendeten Materialien einen großen ökologischen Fußabdruck haben.

Und das ist der springende Punkt. Nachhaltig zu bauen bedeutet nicht nur den Blick auf die Gegenwart, sondern vor allem auf die Zukunft zu richten und das bringt uns auch schon zum nächsten Punkt, nämlich dem zirkulären Bauen.

Zirkuläres Bauen

Schon einmal davon gehört? Das Wort „zirkulär“ lässt schon erahnen, dass es sich bei dieser Bauart um eine Art Kreislauf handelt. Konkret bedeutet zirkuläres Bauen, dass man bereits verwendete Baumaterialien, die beim Abtragen eines Bauwerkes zuerst einmal zu Abfall werden, recycelt und für ein neues Bauvorhaben verwendet. Das klingt doch nachhaltig, oder? Sollte man sich jetzt wieder denken, dass das bestimmt wahnsinnig teuer ist, möchte ich noch einmal anregen darüber nachzudenken, was es kostet, Maßnahmen dieser Art nicht zu ergreifen. Kommen wir aber nun zur eigentlichen Frage, nämlich wie man mit digitalen 3D-Gebäudemodellen nachhaltig und energieeffizient sanieren kann.

Digitale Transformation

Auch die Bauindustrie ist von Digitalisierung, wenn auch mit Verspätung, geprägt. Die künstliche Intelligenz spielt hier zunehmend eine größere Rolle und folglich kommen Tools wie Robotik und Machine Learning immer häufiger zum Einsatz. Robotik ist die Nutzung von Robotern sowohl in der Fertigung als auch auf der Baustelle vor Ort. Im Gegensatz zu Machine Learning arbeitet man hier tatsächlich mit Maschinen bzw. Robotern, die vor allem präzise Arbeiten verrichten und somit neue Möglichkeiten, insbesondere im Design und in der Gestaltung, schaffen. Unter dem Begriff Machine Learning versteht man, dass Computer mithilfe von Daten lernen. Hierfür muss nicht explizit programmiert werden, sondern der Computer erkennt aufgrund der gelieferten Daten gewisse Muster und kann darauf basierende Prognosen erstellen. Machine Learning kann in zahlreichen Bereichen angewendet werden, wie zum Beispiel bei der Vorhersage von Baukosten oder der Qualitätskontrolle, aber auch im Bereich der Sicherheit auf der Baustelle. Doch das hat die Frage nach der energieeffizienten Sanierung mit Hilfe von 3D-Gebäudemodellen noch immer nicht beantwortet. Aber verstehen Sie worauf ich hinaus möchte? Es geht nicht um dieses 3D-Gebäudemodell per se, sondern um das Zusammenspiel verschiedenster Neuheiten/digitaler Tools. Eine digitale Revolution, auch in der Bauindustrie, ist nicht zu verhindern und das ist auch gut so. Denn die Digitalisierung ist eine enorme Bereicherung und kann uns sehr gut dabei helfen, die hohen Anforderungen an unsere Gebäude umzusetzen. Die Digitalisierung unterstützt uns auch dabei, den Überblick zu bewahren und jetzt kommen wir wieder zum digitalen 3D-Modell. Es ist ein unfassbar wertvolles Mittel, sozusagen das Ausgangsmodell, das uns zu all dem führt und begleitet, was die digitale Bauwelt zu bieten hat.

Modulares, serielles und vorgefertigtes Bauen und die Zukunft des Wohnens

Die Weltbevölkerung steigt, gleichzeitig steigen die Mietpreise, weil der Wohnraum knapp wird. Ich habe mich auf die Suche begeben, um herauszufinden, wo der Haken liegt und ich meine ihn gefunden zu haben: Die Menschen in den wirtschaftlich starken Nationen sind einen zu hohen Standard gewohnt. Ständig wird neu gebaut, Boden versiegelt und, möglicherweise aus Prestigegründen, verfolgen noch zu viele Menschen den Gedanken: Je größer und massiver, desto besser. Doch braucht man überhaupt so viel Platz und Luxus zum Wohnen oder glaubt der privilegierte Mensch das bloß, weil er es halt so kennt? Der Kern des modularen Bauens sind einerseits die örtliche Unabhängigkeit, zum zweiten die überschaubare Größe und zum dritten die Kostenersparnis, die ich zum einen durch die Größe erlange, aber vor allem durch die serielle Fertigung erreichen kann. Modulares Bauen setzt neue Maßstäbe und auch hier kommen, wer hätte es erwartet, digitale 3D-Modelle und zum Einsatz.

Herausforderung Klimawandel

Mit Hitzewellen, langen Trockenperioden und Waldbränden, Unwettern, Starkregen und Überflutungen macht sich der Klimawandel in den letzten Jahren immer deutlicher bemerkbar. In Bezug auf den Klimawandel spielt die Bauwirtschaft zweierlei eine große Rolle: Zum Einen müssen Lösungen her, um sich von diesen Extremwetterkapriolen zu schützen, zum anderen hat die Bauwirtschaft aber auch einen großen Einfluss darauf, dass es gar nicht erst zu solchen Extremen kommt. Wir entscheiden.



Sie interessiert das Thema 3D Modellierung (BIM) und möchten mehr darüber erfahren oder Sie haben konkrete Fragen? Über einen gemeinsamen Austausch freuen wir uns sehr!


Michael Danklmaier,

Miviso Co-Founder

Tel.: +43 664 4563309



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